Firma oder selber machen
Umzugsfirma beauftragen oder selber machen?
Ob bei einem Umzug die Hilfe einer Umzugsspedition in Anspruch genommen wird, ist oft eine Kostenfrage. Andererseits erspart die Beauftragung von Umzugsprofis viel Zeit und vor allem Stress. Handelt es sich um einen beruflich bedingten Umzug, können die Kosten für die Spedition steuermindernd geltend gemacht werden. Auch bei privaten Umzügen wird seit einigen Jahren zumindest die Rechnung der Umzugsfirma als haushaltsnahe Dienstleistung anerkannt. Bis zu einem Rechnungsbetrag von maximal 3.000 Euro können hierauf 20 Prozent, also höchstens 600 Euro, steuermindernd geltend gemacht werden.
Vor der Beauftragung einer Umzugsfirma empfiehlt es sich, auf jeden Fall Angebote mehrerer Speditionen einzuholen. Das geht am besten bequem über hierauf spezialisierte, kostenfreie Portale im Internet. In die Eingabemaske werden alle relevanten Daten zum Umzug eingetragen, die Anfrage wird an bis zu sechs verschiedene regionale Anbieter verschickt, die daraufhin ein Angebot zusenden. Seriöse Umzugsfirmen werden aber nicht unbesehen einen gültigen Kostenvoranschlag unterbreiten, sondern vielmehr einen Haustermin vereinbaren, um die Menge des Hausrats zu erfassen und dementsprechend eine Aufstellung mit dem Arbeitsaufwand und den Kosten anzufertigen. Das daraus resultierende Angebot der Umzugsfirma wird auch als Umzugsvertrag bezeichnet.
Dieser Umzugsvertrag gilt als Rechtsgrundlage für den Umzug. Darin enthalten sind die zu erwartenden Kosten für den Umzug inklusive etwaiger Nebenleistungen. Günstiger für den Kunden ist dabei die Vereinbarung eines Festpreises, denn wenn im Angebot der Preis nach Aufwand vereinbart wird, fällt die endgültige Summe oft höher aus. Neben den Zahlungskonditionen sind in dem Unzugsvertrag auch Modalitäten festgehalten wie die Haftung bei Schäden, wie groß der Transporter sein wird und wie viele Umzugshelfer benötigt werden, ferner auch die Zahl der nötigen Umzugskartons und ob diese gemietet werden können oder gekauft werden müssen.
Je detaillierter die Leistungen, desto teurer
Wie teuer der Umzug mit der Spedition wird, richtet sich maßgeblich nach den Leistungen. Speditionen bieten verschiedene Varianten an. Das günstigste Angebot beinhaltet lediglich die Hilfe beim Be- und Entladen des Transporters. Am meisten gewählt wird in der Regel die Standardleistung, die nicht nur das Be- und Entladen beinhaltet, sondern auch den Ab- und Aufbau der Möbel. Etwas luxuriöser und weitaus bequemer, aber auch teurer sind zwei weitere Angebote. Bei der All-Inklusive-Leistung übernimmt die Spedition auch das Verpacken und anschließende Auspacken des Hausstands, Fachkräfte übernehmen auch gleich die Installation der Wasseranschlüsse und elektrischen Geräte. Einstmals Führungskräften vorbehalten war der sogenannte Relocation-Service. Dieser wird von darauf spezialisierten Agenturen angeboten. Die Agentur übernimmt neben den üblichen Serviceleistungen einer Umzugsfirma von der Wohnungssuche über Behördengänge, Karriereplanung, die Suche von Kindergarten und Schule bis hin zu Führungen in der neuen Umgebung alles, was mit dem Umzug zu tun hat.
Der Vertrag mit der Spedition beinhaltet auch die Versicherung des Umzugsgutes, wobei derzeit eine Höchstgrenze von 620 Euro für einen Kubikmeter Umzugsgut gilt. Darüber hinausgehende Werte sowie unabwendbare Ereignisse wie Naturgewalten sollten durch eine Zusatzversicherung abgedeckt werden.
Günstiger, aber dafür aufwändiger: der Umzug in Eigenregie
Der Umzug in Eigenregie ist gegenüber dem Umzug per Spedition zwar wesentlich günstiger, aber auch mit mehr Stress verbunden. Umzugshelfer müssen gefunden werden, die nicht nur die nötige Routine und idealerweise handwerkliche Kenntnisse besitzen, sondern sich auch untereinander verstehen, damit trotz aller Hektik am Umzugstag eine entspannte Atmosphäre herrscht. Für den Umzugstag muss ein Transporter gemietet werden, der pro Tag mit 100 bis 200 Euro zu Buche schlägt. Darüber hinaus empfiehlt sich das Einrichten einer mobilen Haltezone vor der alten und neuen Wohnung, für die eine Genehmigung und eine entsprechende Beschilderung notwendig ist, was ebenfalls Gebühren zwischen 20 und 150 Euro kostet. Wer gut organisieren und viele Arbeiten selbst ausführen kann, ist mit einem eigenverantwortlichen Umzug aber gut beraten.